Dienstag, 13. Oktober 2026

Die unsichtbare Ziegelsteinwand

 

Heute stand ich im Garten von Freunden. Die Sonne lag warm auf dem Gras, Stimmen murmelten im Hintergrund, und mein Blick fiel auf eine einfache Ziegelsteinwand. Ich fotografierte sie. In diesem Moment schoss ein Gedanke durch mich hindurch: Stehen wir nicht oft genau so vor einer Wand, die undurchdringbar erscheint? Und geschieht das im Leben nicht häufiger, als es einem recht ist?

Ich habe schon oft vor solchen scheinbar undurchdringlichen Ziegelsteinwänden gestanden und mir die Nase blutig geschlagen. Mit dem Kopf voran, mit Gewalt, frontal. Und genau an dieser Methode bin ich gescheitert. Unser gewöhnliches, verstandesmäßig geprägtes Bewusstsein ist stark von den physischen Grenzen beeinflusst. Was wir sehen und tasten können, erscheint endgültig. 

Doch in anderen Kulturen, etwa in Indien, gilt es als möglich, dass ein Fakir Messer durch die Haut sticht und beim Herausziehen weder Wunde noch Blut zurücklässt. Vor einiger Zeit habe ich auf meinem Blog über das Wunder am Panja Sahib berichtet: Guru Nanak hob die Hand gegen einen herabstürzenden Felsbrocken – und die Handfläche sank in den Stein ein, als wäre er weiches Wachs. Ein tiefer Abdruck blieb zurück. Ähnlich erzählt die Überlieferung von einem Meister, der einem Schüler einmal zeigte, wie er mit bloßer Hand einen Abdruck im Felsen hinterließ – nicht aus Prahlerei, sondern um zu beweisen, dass physische Grenzen überwunden werden können.

Was will ich damit sagen? Scheinbar unüberwindbare Hindernisse können aus höherer Sicht überwindbar sein. Oft sind es gar nicht die physischen Grenzen, die uns behindern, sondern unsere eigenen mentalen Grenzen – jene unbewussten Glaubenssätze wie „Ich kann das nicht“ oder „Das ist unmöglich“.

Die großen antiken Denker

Die Antike kannte diese Wände genau. Plato sprach von der Höhle: Die Menschen sehen nur Schatten an der Wand und halten sie für die Wirklichkeit. Die eigentliche Welt liegt jenseits, und der Aufstieg dorthin verlangt, die vertrauten Grenzen des Wahrgenommenen zu verlassen. Aristoteles sah den Menschen als Wesen, das sich entfaltet – die Potenz zur Wirklichkeit führen. Hindernisse sind Teil dieses Weges; sie fordern die Tugend heraus, sie zu meistern, statt an ihnen zu zerbrechen.

Die Stoiker gingen weiter. Marc Aurel schrieb in seinen Selbstbetrachtungen, dass wir Macht über unseren Geist haben, nicht über die äußeren Ereignisse. Epiktet lehrte: „Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern unsere Urteile über sie.“ Jedes Hindernis wird zur Gelegenheit, innere Kräfte zu wecken – Geduld, Mut, Klarheit. Die Wand ist nicht das Problem; unsere Haltung zu ihr ist es. Lao Tse und der Taoismus fügten das Wu Wei hinzu: nicht frontal gegen den Fluss ankämpfen, sondern mit ihm gehen. Die Kraft entsteht nicht aus Gewalt, sondern aus Einklang.

Was die großen Psychologen sagen

Carl Gustav Jung sah in den äußeren Wänden oft Spiegel des eigenen Unbewussten. Der Schatten – jene verdrängten Anteile – wirft uns Hindernisse vor die Füße, damit wir sie integrieren. Glaubenssätze wie „Ich kann das nicht“ sind oft unbewusste Komplexe, die aus frühen Erfahrungen stammen und die Wirklichkeit filtern. William James betonte, dass Gedanken nicht nur Spiegel der Welt sind, sondern Kräfte, die Handeln und Wahrnehmung steuern. Der Glaube an die eigene Wirksamkeit verändert die Realität, weil er Verhalten lenkt.

Moderne Forschung bestätigt dies. Carol Dwecks Arbeit zu Mindsets zeigt: Wer Fähigkeiten für formbar hält (Growth Mindset), überwindet Grenzen, an denen andere mit Fixed Mindset scheitern. Studien belegen, dass kurze Interventionen, die Glaubenssätze über Intelligenz, Stress oder Selbstzweifel verändern, Angst reduzieren, Motivation steigern und sogar physiologische Stressreaktionen abmildern. Neuroplastizität beweist: Wiederholte Gedanken und Visualisierungen formen neuronale Bahnen. Das Gehirn lernt, Möglichkeiten wahrzunehmen, die zuvor unsichtbar waren. Self-Efficacy nach Albert Bandura und der Pygmalion-Effekt zeigen, dass Erwartungshandeln die Wirklichkeit mitgestaltet. Begrenzende Überzeugungen sind keine festen Mauern – sie sind gelernte Muster, die umgelernt werden können.

Wissenschaftliche Forschung zu physischen und mentalen Grenzen

Zur Überwindung physikalischer Gesetze gibt es keine gesicherten Belege im klassischen Sinne. Die populäre Vorstellung, Gedanken würden Materie direkt „anziehen“, gilt in der Wissenschaft als Pseudoscience. Doch die Quantenphysik öffnet Türen. Der Welle-Teilchen-Dualismus, Verschränkung und der Beobachter-Effekt deuten darauf hin, dass Bewusstsein und Materie tiefer verbunden sein könnten, als die Newtonsche Mechanik zulässt. Experimente zu gerichteter Aufmerksamkeit im Doppelspalt-Versuch zeigen statistisch signifikante, wenn auch kleine Effekte: Fokussierte Aufmerksamkeit scheint die Interferenzmuster zu beeinflussen. Theorien wie Orch-OR von Penrose und Hameroff vermuten Quantenprozesse in den Mikrotubuli der Neuronen als Grundlage von Bewusstsein. Neuere Arbeiten testen, ob Quantenkohärenz im warmen, feuchten Gehirn möglich ist und ob Bewusstsein bei der Reduktion von Superpositionen eine Rolle spielt. All dies bleibt spekulativ und umstritten – doch es zeigt, dass die strenge Trennung von Geist und Materie nicht mehr unantastbar ist.

Fakire und ähnliche Phänomene lassen sich teilweise physiologisch erklären: extreme Konzentration versetzt das Gehirn in Theta-Wellen, Endorphine und Adrenalin dämpfen Schmerz und Blutung. Doch die Berichte von Wundlosigkeit bleiben erklärungsbedürftig und verweisen auf die Macht veränderter Bewusstseinszustände.

Bei mentalen Grenzen ist die Lage klarer. Studien zu Mindset-Interventionen, Gedankenunterdrückungstraining und kognitiver Umstrukturierung belegen messbare Verbesserungen: weniger Angst, höhere Resilienz, bessere Leistung. Das Gehirn ist formbar. Was wir für unmöglich halten, begrenzt oft zuerst unsere Wahrnehmung und dann unser Handeln.

Die großen spirituellen Lehrer

Buddha lehrte: „Der Geist ist der Vorläufer aller Dinge. Alles ist geistgeschaffen.“ Leiden entsteht durch Anhaftung und falsche Vorstellungen. Die Wand ist eine Vorstellung – und Vorstellungen können sich auflösen. Jesus sprach vom Glauben wie ein Senfkorn, der Berge versetzt. Nicht als Magie, sondern als innere Ausrichtung, die das Unmögliche möglich macht. Rumi sah die Seele als Spiegel des Göttlichen: Wer die inneren Schranken fallen lässt, lässt das Größere durch sich wirken. Osho und andere Meister betonten immer wieder: Die physischen Gesetze sind nicht das letzte Wort. Wer in höheren Schwingungen lebt, bewegt sich jenseits der gewohnten Grenzen – nicht aus Ego, sondern aus Klarheit und Hingabe.

Guru Nanaks Handabdruck im Felsen steht als Sinnbild: Aus höherer Sicht ist der Stein nicht undurchdringlich. Die materielle Welt ist verdichtetes Licht, wie mein Vater einst sagte. Alles ist in Bewegung, auch wenn das Auge es nicht sieht. Wer die Frequenz hebt, kann formen, was dem gewöhnlichen Verstand starr erscheint.

Meine persönliche Erfahrung

Als ich vor 22 Jahren mein spirituelles Erwachen erlebte, öffnete sich eine Tür, die ich zuvor für versiegelt gehalten hatte. Plötzlich spürte ich, wie eine feinstoffliche Energie aus meinen Handchakren floss, wenn ich Menschen oder Tieren die Hände auflegte, die Schmerzen oder Beschwerden hatten. Auf wundersame Weise wurden die Schmerzen leichter oder verschwanden teilweise ganz. Noch erstaunlicher war, dass dies auch auf Distanz wirkt. Ich stelle mich auf den Menschen ein – und er spürt die Wirkung, obwohl ich Hunderte Meter oder mehrere Kilometer entfernt bin. Im Laufe der Jahre habe ich unzählige solche Fernbehandlungen gegeben. Es spielt keine Rolle, ob ich in Europa bin und der Klient in Afrika, Amerika oder Asien.

Diese Erfahrungen lehrten mich: Die Wände, vor denen wir stehen, sind oft unsere eigenen. Die frontale Gewalt des Willens zerschellt an ihnen. Doch aus dem stillen Raum höherer Wahrnehmung, aus dem Vertrauen in eine tiefere Ordnung, werden sie durchlässig. Nicht immer spektakulär wie ein Handabdruck im Felsen – aber spürbar, heilsam und wahr.

Die Ziegelsteinwand im Garten bleibt stehen. Doch sie muss nicht undurchdringlich sein. Manchmal genügt es, den Kopf nicht mehr dagegenzuschlagen – und stattdessen den Blick zu heben.

#Ziegelsteinwand #GrenzendesVerstands #Glaubenssätze #AntikeWeisheit #Stoiker #Jung #Neuroplastizität #Quantenbewusstsein #GuruNanak #PanjaSahib #SpirituellesHeilen #Fernheilung #Bewusstsein #InnereFreiheit


Wenn Du mehr solche Blogbeiträge lesen und meine Arbeit unterstützen möchtest, freue ich mich sehr über einen energetischen Ausgleich in Form einer Spende.

Jede Zuwendung – egal in welcher Höhe – hilft, diese Arbeit weiterzuführen und freut mich von Herzen.

Vielen herzlichen Dank.


Donate with PayPal

Direkt spenden
paypal.me/ErnstKoch369

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Manifestation: Das alte Geheimnis, wie Gedanken und Gefühle die Wirklichkeit formen

Manifestation ist die stille Kunst, aus dem Unsichtbaren etwas Sichtbares werden zu lassen. Sie beginnt nicht mit dem lauten Fordern, sondern mit dem leisen Gestalten eines inneren Bildes: Man malt sich das Gewünschte so lebendig, als wäre es bereits da – fühlt den Geruch des Regens, den Schlamm unter den Füßen, die Wärme der Erfüllung –, und lässt dieses Gefühl wie einen Samen in den Boden der Gegenwart fallen. Aus dem Samen wächst dann, oft unbemerkt, die Wirklichkeit, weil der Mensch beginnt, dem Bild entgegenzugehen.

Antike Denker

Die Idee, dass der innere Zustand die äußere Welt formt, ist uralt.
In der hermetischen Tradition (dem Corpus Hermeticum und dem Kybalion) gilt: „Alles ist Geist“ und „Wie oben, so unten; wie innen, so außen“. Der Kosmos selbst ist mental; Gedanken und Imagination erzeugen Schwingungen, die sich in der Materie niederschlagen. Die sieben hermetischen Prinzipien – Mentalismus, Entsprechung, Vibration – bilden bis heute das philosophische Rückgrat vieler Manifestationslehren.

In Griechenland und Ägypten finden wir ähnliche Spuren: Die griechischen Magischen Papyri und orphischen Hymnen enthielten Invokationen, die göttliche Kräfte herbeirufen sollten. Neoplatoniker wie Plotin, Iamblichos und Proklos lehrten die Theurgie – das „Götterwirken“ –, bei dem die Seele durch Symbole, Gebete und Imaginationen mit dem Göttlichen in Resonanz tritt und so die Wirklichkeit beeinflusst.

In Indien spricht die Upanishad: „Du bist, was dein tiefstes Verlangen ist. Wie dein Verlangen, so ist deine Absicht. Wie deine Absicht, so dein Wille. Wie dein Wille, so deine Tat. Wie deine Tat, so dein Schicksal.“ Sankalpa – die klare, herzensgetragene Entschlossenheit – gilt als schöpferische Kraft.

Die Stoiker, besonders Marcus Aurelius, betonten: „Das Glück deines Lebens hängt von der Qualität deiner Gedanken ab.“ Die Seele färbt sich in der Farbe ihrer Gedanken. Auch hier wird die innere Haltung zur Quelle äußerer Erfahrung – allerdings weniger als magisches Anziehen, sondern als ethische Selbstformung.

Alchemisten, Geheimlehren und Geheimbünde

In der westlichen Alchemie wird die schöpferische Kraft der Imagination besonders deutlich. Die Alchemisten unterschieden scharf zwischen gewöhnlicher Fantasie und der Imaginatio vera – der „wahren Imagination“.

Paracelsus nannte sie den „Stern im Menschen“ (Astrum) und beschrieb sie als himmlischen, feinstofflichen Körper. Für ihn war die wahre Imagination keine bloße Tagträumerei, sondern eine reale Kraft, die Materie und Geist verbinden und transformieren kann. Martin Ruland definierte sie in seinem Lexicon of Alchemy (1612) als „den Stern im Menschen, den himmlischen oder überhimmlischen Körper“. Carl Jung hob später hervor, dass die alchemistische Imaginatio der Schlüssel zum Verständnis des Großen Werks sei: Der Akt des Imaginierens war für die Alchemisten eine physisch-psychische Tätigkeit, die in den Kreislauf der stofflichen Veränderungen eingriff.

Das alchemistische Opus – die Verwandlung von Blei in Gold – wurde stets auch als innere Arbeit verstanden: die Veredelung der Seele. Durch konzentrierte, „wahre“ Imagination, Meditation und symbolische Handlungen sollten göttliche Urbilder (Archetypen) in die materielle Welt herabgezogen werden. Die Alchemisten arbeiteten mit dem Grundsatz „Wie oben, so unten“ – was im Geist klar und lebendig vorgestellt wurde, konnte im Äußeren Form annehmen.

Diese hermetisch-alchemistischen Ideen flossen in die Geheimlehren und Geheimbünde der Neuzeit ein. Die Rosenkreuzer (Rosicrucians) des 17. Jahrhunderts verbanden Alchemie, Hermetik und christliche Mystik. Ihre Manifeste forderten eine geistige Erneuerung und die praktische Anwendung verborgener Naturgesetze. Visualisierung, symbolische Rituale und die Arbeit mit inneren Bildern spielten eine zentrale Rolle bei der „geistigen Wiedergeburt“.

Auch in der Freimaurerei und verwandten esoterischen Orden finden sich Spuren dieser Tradition: Die symbolische Arbeit in der Loge, die Meditation über Werkzeuge und Grade sowie die Idee der inneren Vervollkommnung beruhen auf dem Glauben, dass der Mensch durch bewusste innere Haltung und Imagination an der Gestaltung seiner Wirklichkeit und der Gesellschaft mitwirken kann. In okkulten Strömungen des 19. und 20. Jahrhunderts (z. B. im Einfluss der Hermetic Order of the Golden Dawn) wurde die kontrollierte Imagination und der gerichtete Wille explizit als schöpferische Techniken gelehrt.

Gemeinsam ist diesen Traditionen die Überzeugung: Die gereinigte, konzentrierte und gefühlte Imagination ist kein Spiel der Fantasie, sondern ein Werkzeug der Verwandlung – sowohl der eigenen Seele als auch der äußeren Bedingungen.

Große Psychologen

William James, der Begründer des Pragmatismus, sah Gedanken nicht als bloße Spiegel der Wirklichkeit, sondern als Kräfte, die Handeln leiten. Eine Idee wird „wahr“, insofern sie sich in der Erfahrung bewährt und nützliche Folgen hat. Der Glaube an die eigene Wirksamkeit kann die Wirklichkeit verändern, weil er Verhalten und Wahrnehmung steuert.

Carl Gustav Jung näherte sich dem Thema über die Synchronizität – bedeutsame Koinzidenzen ohne kausale Verbindung. Er sah darin Hinweise auf eine tiefere Ordnung, in der Psyche und Materie verbunden sind. Die schöpferische Imagination war für ihn „das einzige ursprüngliche Phänomen, das uns zugänglich ist“ – der Boden, aus dem alle Wissenschaften und Künste wachsen. Jung studierte intensiv die Alchemie und erkannte in ihr eine Vorform der tiefenpsychologischen Arbeit mit dem Unbewussten.

In der modernen positiven Psychologie und Motivationsforschung (u. a. Gabriele Oettingen) zeigt sich: Reines positives Fantasieren ohne Realitätsbezug kann sogar demotivieren. Effektiver ist mentales Kontrastieren (WOOP-Methode): das gewünschte Ziel lebhaft vorstellen, dann die Hindernisse klar sehen und konkrete Pläne formulieren. So entsteht echte Energie und Handlungsbereitschaft.

Wissenschaftliche Sicht

Es gibt keine empirischen Belege dafür, dass bloße Gedanken materielle Realität „anziehen“ oder das Universum gezielt antwortet. Die populäre „Law of Attraction“ gilt in der Wissenschaft als Pseudoscience.

Was jedoch gut belegt ist:

  • Neuroplastizität: Wiederholte Gedanken und Visualisierungen formen neuronale Bahnen. Das Gehirn lernt, bestimmte Möglichkeiten wahrzunehmen.
  • Erwartungseffekte und Self-fulfilling Prophecies: Wer Erfolg erwartet, handelt oft mutiger, erkennt Chancen schneller und bleibt länger dran (Pygmalion-Effekt, Self-Efficacy nach Bandura).
  • Aufmerksamkeitssteuerung: Klare Intentionen aktivieren das Salienz-Netzwerk des Gehirns – man filtert die Welt anders und sieht, was zum Ziel passt.
  • Visualisierung: In Sport und Rehabilitation aktiviert mentale Vorstellung teilweise dieselben Hirnareale wie tatsächliches Handeln und verbessert Leistung.

Studien (u. a. Dixon et al.) zeigen: Menschen mit starkem Manifestationsglauben fühlen sich erfolgreicher und aspirieren höher – gehen aber auch eher riskante Investitionen ein und erleben häufiger finanzielle Rückschläge. Optimismus hilft, blinder Optimismus kann schaden.

New-Age-Vertreter und ähnliche Strömungen

Hier wird Manifestation oft als kosmisches Gesetz dargestellt.
Rhonda Byrne (The Secret) popularisierte die „Law of Attraction“: Gleiches zieht Gleiches an; positive Gedanken ziehen positive Ereignisse.
Neville Goddard lehrte die „Law of Assumption“: Man nimmt den Zustand der Erfüllung an („lebe im Ende“), und die äußere Welt folgt der inneren Annahme. Imagination ist Gott.
Abraham Hicks betont die emotionale Schwingung: Man richtet sich auf das gute Gefühl aus und lässt das Gewünschte in den „Vortex“ fließen.

Einen besonders anschaulichen und erdverbundenen Beitrag liefert Gregg Braden. In einer Geschichte aus den frühen 1990er-Jahren erzählt er, wie sein indianischer Freund während einer langen Dürre in New Mexico nicht für Regen betete, sondern Regen betete. Anstatt den Mangel zu bekräftigen, schloss der Freund die Augen und fühlte intensiv, als wäre der Regen bereits da: den Schlamm unter den nackten Füßen im Pueblo-Dorf, den Geruch des Wassers an den Lehmwänden, den Gang durch brusthohen Mais. Dann dankte er für das, was bereits geschehen war. Kurz darauf setzte starker Regen ein. Bradens Botschaft lautet: Das Gefühl der Erfüllung – und nicht das Bitten aus dem Mangel heraus – ist die eigentliche schöpferische Kraft. Er verbindet damit indigene Weisheit mit modernen Überlegungen zu Bewusstsein und „verlorenen Gebetsformen“.

Gemeinsam ist diesen Ansätzen die Überzeugung, dass Gefühl und innere Haltung die schöpferische Kraft sind – oft mit der Aufforderung, Zweifel loszulassen und dankbar zu sein, als sei das Gewünschte bereits da.

Große spirituelle Lehrer

Die großen Meister sprechen selten von „Manifestation“ im heutigen Sinn. Sie betonen vielmehr die Ausrichtung des Herzens und die Hingabe.

  • Buddha: „Der Geist ist der Vorläufer aller Dinge. Alles ist geistgeschaffen.“ Leiden entsteht durch Anhaftung und falsche Vorstellungen; Befreiung durch klare Wahrnehmung.
  • Jesus: „Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Hebe dich hinweg … und er wird sich hinwegheben.“ Und: „Bittet, so wird euch gegeben.“ Doch der Kern bleibt die Ausrichtung auf das Reich Gottes und die Liebe.
  • Rumi: Die Seele wird zum Spiegel des Göttlichen. Wer die Schranken in sich auflöst, lässt das Göttliche durch sich wirken.
  • Taoismus (Laozi): Wu Wei – Handeln im Einklang mit dem Tao, ohne erzwungenes Wollen. Das Richtige geschieht, wenn man dem natürlichen Fluss folgt.

Bei den großen Lehrern steht nicht das persönliche Wünschen im Vordergrund, sondern die Transformation des Selbst: Wer dem Göttlichen, dem Dao oder dem reinen Bewusstsein näherkommt, wird selbst zum Kanal, durch den Gutes fließt – oft jenseits persönlicher Vorstellungen.

Zusammengefasst: Manifestation ist ein altes menschliches Sehnen, das in vielen Kulturen und Epochen aufleuchtet – von den Hermetikern und Alchemisten über die Rosenkreuzer und Freimaurer bis zu modernen spirituellen Lehrern. Wissenschaftlich lässt sich der magische Teil nicht belegen, wohl aber die psychologische Kraft klarer Intention, lebendiger Vorstellung und konsequenter Handlung. Die tiefsten Traditionen – ob alchemistische Imaginatio vera, Bradens indigene Geschichte oder die Weisheit der großen Meister – erinnern uns daran, dass wahre Schöpfung nicht aus dem egoistischen Wollen, sondern aus dem stillen Einklang mit etwas Größerem und dem Gefühl der bereits vorhandenen Erfüllung entsteht.

#Manifestation #LawOfAttraction #GreggBraden #Alchemie #Hermetik #SpirituelleWeisheit #PositivePsychologie #Visualisierung #Intention #Bewusstsein #Selbstwirksamkeit #NewAge #Rosenkreuzer #Geheimlehren

Wenn Du mehr solche Blogbeiträge lesen und meine Arbeit unterstützen möchtest, freue ich mich sehr über einen energetischen Ausgleich in Form einer Spende.

Jede Zuwendung – egal in welcher Höhe – hilft, diese Arbeit weiterzuführen und freut mich von Herzen.

Vielen herzlichen Dank.

Donate with PayPal
 
Direkt spenden paypal.me/ErnstKoch369

Samstag, 3. Oktober 2026

Maharishikaa | Spiritual depression and finding joy again through Surrender to Love!

Maharishikaa | Spirituelle Depression und das Wiederfinden der Freude durch Hingabe an die Liebe!

Richard:
Mein Name ist Richard.
Das letzte Mal, als ich dich in einem Live-Satsang getroffen habe, hast du mir gesagt: „Du bist in niemanden verliebt.“ Für mich ist das eine Katastrophe. Ich kann die Liebe nicht berühren, und mein Leben ist zum Stillstand gekommen. Was auch immer ich versuche – es funktioniert nicht. Ich habe keine konkrete Frage, ich lege das einfach vor dich… vielleicht hast du etwas dazu zu sagen.

Maharishikaa:
Wie alt bist du, Richard?

Richard:
Ich bin 71.

Maharishikaa:
Warum willst du diese schönen Jahre deines Lebens damit verbringen, Dinge zu wollen und sie nicht zu bekommen? Warum nicht einfach SEIN?
Einfach SEIN? Gefällt dir diese Idee nicht?

Richard:
Ich habe keine Vorstellung, wie das wäre.

Maharishikaa:
Zum Beispiel: Du bist in deinem Haus oder gehst auf der Straße spazieren und schaust einfach auf dieses erstaunliche Wunder, das dich umgibt. Dass du BIST! Einfach zu leben. Du atmest, du bist gesund, du hast die Möglichkeit, so viele Dinge zu erfahren. Ist das nicht genug? Ist es nicht etwas Schönes, dass du atmen kannst?
Denk darüber nach – einfach zu SEIN! Es ist einfach erstaunlich, am Leben zu sein! Ist es nicht erstaunlich?
Was willst du, Richard? Was willst du? Sag es mir.

Richard:
Ich will voll leben.

Maharishikaa:
Das ist genau jetzt, Dieser Moment. Bring dich einfach in Diesen Moment, Diesen Moment. Nicht den nächsten – Diesen! Diesen Moment. Diesen Moment. Bring dich in Diesen Moment, Richard!
In Diesem Moment wird das Leben voll gelebt. Es gibt nichts anderes. Dieser Moment ist es, der zählt, Richard.
Verstehst du, was ich sage?

Richard:
Ich verstehe, was du sagst.
Ja, aber… Ich habe das oft gehört… Ich habe es oft versucht… Meine Idee ist: Je mehr ich es versuche, desto weiter entferne ich mich davon. Ich war sogar neun Jahre in einem Zen-Kloster, und das war die tägliche Lehre – und je länger ich im Kloster blieb, desto mehr entfremdete ich mich von mir selbst.

Maharishikaa:
Nun, das ist der ganze Sinn eines Klosters. Ein Kloster ist nichts Natürliches, nichts Reales. Es ist für jene sehr wenigen Menschen, die einfach nicht in der Lage sind, in dieser Welt zu leben. Du warst nicht so.
„Entfremdet von dir selbst“ ist eine Art, es auszudrücken. Was es bedeutet, ist: Du musst Hingabe neu lernen. Einfach in Diesem Moment zu sein, nichts zu wollen. Warum willst du etwas? Macht es dich freudig, etwas zu wollen?

Richard:
Nein, überhaupt nicht.

Maharishikaa:
Warum willst du dann etwas?

Richard:
Ich lebe jetzt allein und versuche, mich zu trainieren, das Wollen in Ruhe zu lassen. Ich habe sogar Poster an der Wand: „Wollen ist eine Beleidigung, und das Aufgeben des Wollens ist eine Ehre“… und ich versuche, mich so zu lehren, aber es funktioniert nicht…

Maharishikaa:
Also im Grunde, Richard, triffst du die Wahl, ein Leben des Elends zu führen – kann man das so sagen? Kann man das so sagen, Richard? Du triffst die Wahl, so zu leben, richtig?

Richard:
Es ist wahr, dass ich ein Leben des Elends führe, und es ist wahr, dass ich diese Wahl getroffen haben muss – das ist logisch. Es kann nicht anders sein. Aber ich bin mir nicht bewusst, wie ich eine neue Wahl treffen soll. Ich bin mir auch nicht bewusst, wo ich diese Wahl für das Elend getroffen habe, in dem ich jetzt lebe.

Maharishikaa:
Du musst keine Wahl treffen – du musst eine Entscheidung treffen!
Wenn du diese Entscheidung nicht treffen willst, wirst du kein Leben der Freude führen. Du entscheidest – es liegt in deinen Händen. Wenn du ein Leben der Freude führen willst, entscheidest du das. Du weißt, wie man es tut.
Es geht darum, sich in Hingabe an die Wahrheit in dir zu verneigen. Du bist nicht bereit, das zu tun – du willst dem Ego und seinen Elenden nachgeben? Das ist deine Wahl, nicht wahr?
Du hast eine Entscheidung getroffen, auf eine bestimmte Weise zu leben – jetzt kannst du eine Entscheidung treffen: „Nein, ich will den Rest meines Lebens nicht so leben! Ich will nicht in einem elenden Zustand sein. Ich will in einem Zustand der Freude sein. Ich entscheide – jetzt –, dass ich nicht in diesem Zustand des Elends sein werde. Ich entscheide, dass ich in Hingabe an die Wahrheit sein werde. Dieser ganze Körper, dieses ganze Sein in Hingabe an das Göttliche.“
Du willst dich dem Göttlichen nicht hingeben! Deshalb triffst du diese Entscheidung nicht. Du willst dich dem Ego hingeben. Und niemand auf diesem Planeten wird jemals etwas daran ändern können… Du musst es tun!
Kein Guru, kein Meister, kein Lehrer, kein Kloster, kein Erleuchteter, kein Führer – niemand. Niemand wird dich dazu bringen, diese Entscheidung zu treffen. Du wirst diese Entscheidung selbst treffen.
Und ja, natürlich unterstützen wir dich alle in diesem Satsang. Es gibt niemanden in diesem Satsang, der dich nicht unterstützen würde. Aber die Entscheidung ist deine. Du gibst die Verantwortung an alle anderen ab. „Jemand muss mir das zeigen“… Nein! Niemand wird es dir zeigen.
Du bist ein mächtiger Mann. Du bist so mächtig, dass du die Entscheidung getroffen hast, dies nicht zu ändern. Du bist sehr mächtig – neun Jahre im Kloster. Ich glaube nicht, dass irgendjemand in diesem Satsang neun Jahre in einem Kloster war. Und es hat etwas Wahres, dass neun Jahre in einem solchen Kloster dich von dir selbst entfremden können. Das hat etwas Wahres – aber ein Mann, der in der Lage war, neun Jahre in einem Kloster zu leben, ist in der Lage, die Entscheidung zu treffen, in Hingabe zu leben, sich der Wahrheit seines Seins zu verneigen, statt dem Ego dieses Elends nachzugeben. Er ist dazu fähig. Er hat die Entscheidung noch nicht getroffen, aber er ist dazu fähig – und du triffst diese Entscheidung.
Es ist deine Wahl! Ob du die Entscheidung triffst oder nicht, ist deine Wahl. Also – willst du elend leben? Okay, dann wirst du mit 81 genauso sein – jetzt bist du 71.
Es ist eine Entscheidung, Richard! Lege die Verantwortung nicht außerhalb von dir. Es ist deine Entscheidung. Ob du dich der Wahrheit hingeben willst oder dich dem Ego beugen willst – das ist deine Entscheidung! Und im Moment beugst du dich dem Ego, ohne Zweifel.
Ich will nicht so rau und hart mit dir sein, aber so ist es. Entscheide dich – du kannst zum nächsten Satsang kommen und uns allen erzählen, ob du die Entscheidung getroffen hast oder nicht. Manchmal bin ich hart… Aber nicht so hart… Ich bin sicher, du hast ein paar Schläge von deinen Zen-Lehrern bekommen, oder? Mit dem Stock. Nein?

Richard:
Nein, der Stock ist nicht so schmerzhaft. Das Leben, das ich führe, ist viel schmerzhafter.

Maharishikaa:
Das ist deine Entscheidung. Jetzt triff die Entscheidung, nicht so zu leben. Schau auf die Schönheit dieser Existenz – wenn du die Augen davor verschließt, öffne sie jetzt! Öffne die Augen und sieh, was um dich herum ist. Schau auf die Schönheit dieser Existenz. Schau auf die Blume, schau einfach auf die Schönheit einer Blume. Ich weiß, dass dir das alles schon gesagt wurde und du alles weißt und alles gehört hast – aber du hast die Entscheidung für die Wahrheit nicht getroffen! Jetzt hast du eine Entscheidung für das Ego getroffen, das ist sehr offensichtlich. Also… du kannst dich jetzt für die Wahrheit entscheiden. Es liegt in deinen Händen. Wir werden sehen – wir sehen dich sicher wieder im Satsang. Vielleicht mit dieser Entscheidung. Namaskaar, Richard.
Sieh, du lächelst jetzt. Ich denke, diese Entscheidung könnte tatsächlich im Gange sein. Vielleicht. Mal sehen. Namaskaar. Hab einen schönen Entscheidungsprozess. Und vergiss die Wahrheit nicht. Vergiss den Meister des Seins nicht… Ja.

Richard:
Namaskaaram, Maharishikaa.

Maharishikaa:
Namaskaaram, Richard.

Richard (einen Monat später):
Ich bin schon mehrmals in diesem Satsang gewesen, ich weiß nicht, ob du mich erkennst – ich bin der mit den Loyalitätsschwierigkeiten zu einem traditionellen Advaita-Meister und dem Versuch, deine Lehre zu integrieren.
Ich komme immer mehr zu der Einsicht, dass meine bisherige Praxis meine Tendenz, außerleiblich zu sein, gestärkt hat. Ich hatte einen Vater, der Selbstmord begangen hat, Geschwister, die als schizophren diagnostiziert wurden, und ein Geschwisterteil hat ebenfalls Selbstmord begangen. Es gab viel Schmerz in meiner Kindheit und auch selbst zugefügten Schmerz durch dumme oder einfach schlechte Entscheidungen, die aus dem Versuch kamen, wegzulaufen.
Diese Gewohnheit – wegzulaufen – sitzt sehr tief. Und meine Frage ist: Während ich verstehe, dass deine Lehre mich einlädt, dieses Weglaufen zu beenden und endlich in den Körper zurückzukehren, und ich das versucht habe – ich habe viele Saashtanga Namaskaars gemacht und versuche, Hier und Jetzt zu sein –, ist es, als würde sich mein System selbst verteidigen. Ich will es, und gleichzeitig habe ich solche Angst, dem ganzen Schmerz gegenüberzutreten, der sich über ein Leben angesammelt hat.

Maharishikaa:
Vielleicht, um ein wenig zu klären, was du sagst: Aus dem, was ich verstanden habe, hast du Praktiken gemacht, die dich im Wesentlichen aus deinem System heraus in kosmische Erfahrungen geführt haben, und du hast erkannt, dass das ein Weglaufen von der Gegenwart war und dass es dir nicht gebracht hat, was du in diesem Leben gesucht hast – aber du hast auch Angst, wieder in das System einzutreten und Verantwortung für das System zu übernehmen, weil das bedeuten würde, dass du dem ganzen Schmerz gegenüberstehen müsstest, von dem du sagst, er habe sich angesammelt.
Was diesen angesammelten Schmerz betrifft – er ist nicht da. Er ist Vergangenheit. Du musst verstehen: Es zählt nur Dieser Moment. Ja, ich weiß, dass es Zeiten gibt, in denen man in einen Ego-Zustand des Schmerzes katapultiert wird – aber die Realität und Wahrheit dieser Existenz ist, dass Dieser Moment zählt.
Du hast Training – ich erinnere mich, dass du in einem Satsang gesagt hast, du warst etwa zehn Jahre in einem Kloster, und das ist eine lange Zeit. Wenn du die Disziplin hast, zehn Jahre in einem Kloster zu sitzen, kannst du so ziemlich alles – und das bedeutet, dich zu disziplinieren, dich in Diesen Moment zu bringen. Jedes Mal, wenn das Denken dich in die Vergangenheit zieht, zu verstehen, dass das nicht jetzt ist.
Du bist nicht in einer psychiatrischen Anstalt, du bist nicht schizophren, du bist nicht bipolar… Du bist jemand, der ein spiritueller Sucher ist und jetzt in den nächsten Schritt des Suchens gedrängt wird: in dich selbst zurückzukommen, gegenwärtig zu sein und die Existenz Dieses Moments anzunehmen. Und das ist es, worauf du dich disziplinierst.
Es ist auch wichtig, einfach die Augen zu öffnen und zu schauen, was vor dir ist – auf die Sonne, auf dieses enorme Wunder, das du erfährst. Es ist in diesem Universum nichts Gewöhnliches, verkörpert zu sein! Es ist es einfach nicht! Es gibt sieben Milliarden verkörperte Wesen, wie wir sie kennen – und selbst wenn es Wesen in anderen Teilen unseres Universums gibt, sind sie nicht wie wir. Deshalb ist es wichtig, einfach das Wunder dieser Existenz zu sehen! Es ist etwas Wundersames – und Zeit damit zu verbringen, in die Vergangenheit zu schauen und sich in all das zu vertiefen, wird dich als spirituellen Sucher nicht stärken. Du hast keine Ausreden. Du hast die Disziplin, es zu tun – jetzt geht es darum, es aufzunehmen.
Es geht auch um deine Loyalitäten, wie du gesagt hast, zu deinem Guru. Es ist großartig, einen Guru zu haben, es ist großartig, jemanden zu haben, der dich inspiriert, es ist großartig, einen dritten und einen vierten zu haben – aber im Wesentlichen geht es um den Antarguru (inneren Führer), weißt du. Ja, der äußere Guru wird diese Reise unterstützen, wenn du es zulässt. Wenn nicht, geh zumindest nach innen und verstehe: Während du wieder in dein System eintrittst und deinen Körper bevölkerst – während du terrestrischer, körperlicher wirst –, wirst du in der Lage sein, dieses Zentrum zu fühlen. Es ist da, irgendwo. Sogar materiell gibt es ein Zentrum des Körpers, das man nicht verleugnen kann. Also ziehst du dich in Diesen gegenwärtigen Moment – es gibt nichts zur Vergangenheit. Warum überhaupt in die Vergangenheit schauen?! Bekommst du eine besondere Mahlzeit auf dem Tisch, weil du dir erlaubst, an die Vergangenheit zu denken? Du warst zehn Jahre Mönch. Erlaube dir nicht, an die Vergangenheit zu denken!
Willst du den Rest deines Lebens in Sanity, in This-ness, in Present-ness und mit Würde leben? Dann ist das, was du tun musst – denn sonst wirst du ein seltsamer Vogel. Und das willst du nicht werden, obwohl du dich „Asterix de Gallier“ nennst – der war auch kein seltsamer Vogel! Also ist es Zeit, einfach… ja genau! Einfach lächeln. Gegenwärtig sein. Hier und jetzt sein. Zieh dich in den gegenwärtigen Moment, nutze die Disziplin, die du als Mönch und als spiritueller Sucher gelernt hast, um dich in Diesen gegenwärtigen Moment zu ziehen.
Und jetzt besuchst du die Satsangs… Du hast einen gewissen Rahmen, in dem du dich wohlfühlst, weil du immer wieder hier erscheinst. Anerkenne das! Du hast eine Verwirrung mit deinem Guru und dem, der hier ist – das ist in Ordnung. Solche Verwirrungen hat jeder, das ist keine große Sache. Der Punkt ist: Du bist hier, du lächelst, du bist gegenwärtig! Und du wirst der Vergangenheit nicht nachgeben. Das ist sehr wichtig. Sonst bist du kein spiritueller Sucher! Dann kannst du hinausgehen und leiden wie alle anderen. Das ist deine Wahl, in diesem Satsang zu sein – also geh damit! Sei mutig, hab keine Angst. Es gibt nichts, wovor man Angst haben müsste – das andere ist schlimmer: wo du all die Jahre warst, das ist schlimmer.
Und such dir eine Partnerin, schau dich um – es gibt einige nette, hübsche Frauen. Such dir jemanden, der auch einen Partner will. Sei einfach normal und genieße dieses schöne Ding namens Leben. Das ist es, was der spirituelle Sucher tut. Er geht nicht in kosmische Erfahrungen und lässt diese Welt hinter sich und denkt, das sei ein spirituelles Leben – das ist es nicht! Punkt.
Ja, und bitte einmal lächeln. Ja, das ist gut! Genieße dieses Leben – es ist selten in diesem Universum. Es ist etwas Seltenes, in einem Körper zu sein, hier und jetzt. Es ist so selten! Du bist kein Asteroid – freu dich darüber. Ja.

Richard:
Namaskaaram.

Maharishikaa:
Namaskaar, Richard.

Richard (sechs Wochen später):
Ich bin sehr glücklich, dass ich immer noch die Gelegenheit habe, und das Erste, was ich sagen möchte, ist: Danke, danke! Es ist so schön, hier zu sein… Und es ist nicht so sehr eine Frage – ich möchte einige kleine, schrittweise Veränderungen teilen, die geschehen…

Maharishikaa:
Richard, das ist ein Frage-und-Antwort-Satsang…

Richard:
Dann komme ich mit einer Frage, ich teile nicht.
Okay. Der Punkt, an dem ich Schwierigkeiten habe: Du hast mir gesagt, gebend zu sein, in das Geben zu gehen, und irgendwie versuche ich es, aber es geschieht nicht. Ich versuche, Menschen zu helfen – sie brauchen meine Hilfe nicht –, oder ich denke daran zu helfen oder etwas zu tun, und es scheint nicht das Richtige zu sein. Es scheint, als wäre ich so ungeschickt beim ersten Schritt. Wenn du mir dabei helfen könntest – in das Geben zu gehen.

Maharishikaa:
Was ich fühle, Richard, ist: Du hast einen neuen Prozess begonnen. Du hast viele, viele Jahre deines Lebens tatsächlich in Erleuchtungsprozessen verbracht – einfach gesagt, das Bewusstsein in die kosmische Erfahrung erweitert. Jetzt bewegst du dich zurück in die körperliche Erfahrung, in die Materialität, in die physische Erfahrung. Es braucht Zeit, weißt du – selbst zu lernen, wie man gibt, braucht Zeit. Sei nicht zu hart zu dir selbst. Setz ein Lächeln auf dein Gesicht – es ist schon großartig, dass du diese Saadhanaa (spirituelle Praxis) des Gebens tatsächlich aufnimmst. Und ja, du wirst ungeschickt dabei sein, weil du in die Materialität des Körpers hinabsteigen und wahrscheinlich sogar lernen musst, dich weniger ungeschickt zu bewegen. Also mach dir keine Sorgen darüber. Es sind kleine Babyschritte, die du jetzt gehst, und allmählich, während du weiterversucht, wirst du eines Tages in der Lage sein, jemandem etwas auf eine sehr fließende Weise zu geben – und du wirst überrascht sein und wirst lächeln und denken: „Nun, was ist das jetzt?… Das ist etwas Neues, das ist etwas Interessantes…“
Es geht nicht darum, Menschen zu helfen – niemand braucht deine Hilfe. Es geht nicht darum, jemandem zu helfen, sondern darum, in Situationen zu geben oder jemandem etwas zu geben oder sogar jemandem auf der Straße zuzulächeln – das ist auch eine Form des Gebens. Ich sage nicht, dass du herumgrinsen und jeden auf der Straße angrinsen sollst – die würden dich wahrscheinlich für verrückt halten –, aber… du weißt, was ich meine. Es geht darum, in einem Zustand des Gebens zu sein. Du bist hier als Instrument der Wahrheit, um zu dienen. Das ist die Haltung! Du bist hier als Instrument der Wahrheit, um zu dienen.
Natürlich wird das Ego interferieren, natürlich wirst du deine eigenen kleinen Agenden haben, und du erwischst dich immer wieder – und das ist das Abenteuer! Weil du gesagt hattest, dass das Leben für dich keinen Sinn mehr hatte – aber das ist der Sinn des Lebens! Es ist es. Und ich sehe dich wirklich… du hast dich sehr verändert, und jetzt nimmst du das auf: „Ja, ich bin ungeschickt. Ja, ich mache Fehler – aber ich werde weiterversuchen. Ich werde jemandem zulächeln, um etwas Freude in sein Leben zu bringen, oder ich werde jemanden anrufen, den ich kenne, und einfach sagen: ‚Hi, ich habe an dich gedacht, wie geht’s dir?‘“ Einfach solche Dinge – für jemanden wie dich sind das große Anfänge. Und allmählich wird es sich ausweiten, und allmählich wird es Menschen um dich herum geben, die bereit sind, von dir zu empfangen, was auch immer du zu geben hast – natürlich geboren aus der Wahrheit. Das gilt für alle in diesem Satsang, nicht nur für dich, weißt du! Und du siehst aus… ich meine, du siehst jetzt wie ein menschliches Wesen aus, was du vorher nicht warst! Und du hast ein Lächeln, und du siehst frisch aus, du siehst jünger aus. So ist das Leben… das ist eine einzigartige Gelegenheit im Universum! Wir haben nirgendwo sonst im Universum menschliche Wesen gefunden, und wir werden es wahrscheinlich auch nie. Also lasst uns das als etwas Einzigartiges aufnehmen und aufhören, uns selbst zu quälen… Es ist etwas Einzigartiges, ein Mensch zu sein, und es ist auch sehr einzigartig, sich selbst als Instrument der Wahrheit zu sehen. Und dann ist das alles, was du tust – und ja, du bist jetzt ungeschickt, weil du offensichtlich so lange nicht in deinem Körper warst. Allmählich wirst du dich wieder im Körper einrichten, und es wird diese Freudigkeit geben, die zu entstehen beginnt – sie entsteht bereits. Und ja, vielleicht dann eine Partnerin, vielleicht jemand, mit dem du dein Leben teilen, reisen kannst, Dinge wie das… Oder Sevaa (Dienst) tun – mehr als alles andere bringt das die größte Menge an Freude für jeden, weißt du.

Richard:
Ja.
Ja, danke, Maharishikaa.

Maharishikaa:
Namaskaar, Richard.



Wenn Du mehr solche Beiträge mit Deutscher Transkription möchtest
dann würde mich eine Unterstützung durch eine Spende sehr freuen.


Vielen herzlichen Dank.

Donate with PayPal
 
Direkt spenden paypal.me/ErnstKoch369

Freitag, 2. Oktober 2026

California Dreamin' - The Petersens (Live)

you will see this 4 hours before it happens

Maharishikaa | A brilliant deconstruction of Neo Advaita, once again! | Preeti Upanishad

Maharishikaa | Eine brillante Dekonstruktion des Neo-Advaita – einmal mehr! | Preeti Upanishad

Maharishikaa:
Was ich sage, ist schockierend – allein deshalb, weil viele „weise“ Männer es gesagt haben, bedeutet das noch lange nicht, dass es die Wahrheit ist… Wenn das Neue erscheint, gibt es so viel Widerstand dagegen, weil das Alte sich selbst erhalten will.

Danke.

Christina:
Namaskaar.
Namaskaaram.
Mein Name ist Christina.
Ich höre dich zum ersten Mal.
Ich folge seit zwei Jahren einem indischen Swami, und die Methode, die er anbietet, heißt Samarpan-Meditation (Hingabe-Meditation).
Ich erkenne vieles von dem, was du sagst, auch in dieser Methode wieder, aber es gibt eine Sache: Wir meditieren jeden Tag eine halbe Stunde und beginnen die Meditation damit, dreimal zu sagen: „Ich bin eine heilige Seele, ich bin eine reine Seele.“
Und wie ich dich jetzt verstehe, gibt es da einen Unterschied… Ja, ich wollte einfach hören, was du dazu sagen kannst.

Maharishikaa:
Das ist tatsächlich der traditionelle Ansatz: „Ich bin nicht der Körper, ich bin die Seele.“ Das hat Swami Vivekananda gesagt, das haben viele der großen spirituellen Meister der vergangenen Jahrhunderte gesagt.

Und was hier gesagt wird, ist: Du bist nicht die Seele. Denn wenn du die Seele wärst, dann hätte der Körper eigentlich überhaupt keine Bedeutung mehr.

Das „Ich“, das sagt „Ich bin die Seele“, ist tatsächlich die Identität – und diese Identität ist ohnehin eine Schöpfung des Egos. Die bloße Idee, „Ich bin die Seele“ zu sagen, ist eine Schöpfung des Egos.

Was hier gesagt wird, ist: Dieses System, dieser Körper – einschließlich seiner Fähigkeit zu denken, zu essen, sich zu identifizieren – all das ist Dieses. „Ich bin Dieses.“ Und Dieses ist in Hingabe an die Seele, die eine individualisierte kosmische Identität ist, der Antaraatman (die Seele in dir). Darüber wird seit Tausenden von Jahren gesprochen.

Die Idee „Ich bin die Seele“ kommt viel später – wenn es eine transzendentale Erfahrung gibt und eine Identifikation mit der höchsten Seele: Samadhi-Zustände, Erleuchtung und so weiter. Das ist ein Vorstoß ins Kosmische, es ist kein Eintritt in die This-ness des Systems.

Allein die Tatsache, dass du sagst „Ich bin die Seele“, führt zu der Frage: „Wer ist dieses ‚Ich‘, das sagt, ich bin die Seele?“ Und dieses „Ich“, das „Ich bin die Seele“ sagt, ist bereits eine Schöpfung des Egos.

Statt „Ich bin die Seele“ zu sagen, wird hier gesagt: „Dieses ist in Hingabe an die Seele.“ Das ist der grundlegende Unterschied.

Es gibt keine Identifikation „Ich bin die Seele“. Es gibt die Annahme der This-ness… Aayushmaan bhava (mögest du lange leben)… und das ist es. Und Dieses ist in wachsender Hingabe – es ist einfach in Hingabe. Jedes Mal, wenn das Ego die Oberhand zu gewinnen versucht, bewegt es sich in einen Zustand der Hingabe, in immer mehr Hingabe an die Seele.

Rein philosophisch betrachtet müsste man sagen, dass dies beinahe diametral entgegengesetzte Positionen sind. Ich komme nicht von einer Position aus – es ist eine Erfahrung, es ist Wissen, und es ist mein Aagnya (Befehl), es zu sprechen.

Diese Erfahrung von Diesem, das sich Dem hingibt – das ist es, was vor sich geht, nicht „du bist Das“. Es ist ein grundlegender Unterschied!

Wenn ich Das bin, dann gibt es keine Hingabe. Was ist dann das Samarpan (die Hingabe)? Wer gibt sich wem hin? Wenn du bereits Das bist… Aayushmaan bhava… wenn du bereits Das bist, wer gibt sich dann wem hin?

Christina:
Ich habe das Gefühl, dass das Gefühl, die Seele zu sein, einen dazu bringt, sich dem Ganzen hinzugeben. Die Seele weiß, was zu tun ist… und an dem Punkt denke ich, ist es ähnlich wie das, was du sagst, aber wegen dieses Satzes… ja, du zeigst wieder den Unterschied auf… Ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll…

Maharishikaa:
Sieh, was du jetzt tatsächlich durchmachst, ist wie ein Schock für das System, weil du in einer Praxis warst, in der du dich mit der Seele identifizierst: „Ich bin Seele.“

Christina:
Eigentlich eher in der Meditation als im täglichen Leben. Ich versuche, mich mit dieser Seele zu verbinden und sie um Hilfe zu bitten…

Maharishikaa:
Ja! Die Frage ist: Wo ist das Samarpan (die Hingabe) in der Praxis? In deiner Praxis hast du die Samarpan-Meditation, richtig? Wo ist das Samarpan? Wer gibt sich wem hin?

Samarpan bedeutet, dass zwei beteiligt sind: einer, der sich hingibt, und einer, dem hingegeben wird.

Christina:
Wie das Ego, das sich der Seele hingibt… so habe ich es…

Maharishikaa:
Dann kannst du nicht sagen „Ich bin die Seele“.

Christina:
Ja…

Maharishikaa:
Es ist in gewisser Weise ein philosophisches Dilemma, weil das, was ich sage, ist: All diese Aussagen sind Ego-Aussagen! Und sie sind Ego-Aussagen, die aus der Kultur der Erleuchtung entstehen, die tausend, fünfzehnhundert Jahre alt ist. Es ist eine Kultur der Erleuchtung, denn in dem Moment, in dem du in der Erleuchtung bist, identifizierst du dich mit der Seele – aber die Tatsache ist: Die Seele bist nicht du!

Deine Identifikation muss fest bei Diesem liegen, und dann kannst du im Tanz sein, in der Leela von dem, was wir die Radha-Krishna-Leela (den göttlichen Tanz) nennen. Radha ist „Dieses“ und Krishna ist „Das“ – und dort geschieht die Leela.

In dem Moment, in dem du sagst „Ich bin Krishna“, gibt es keine Leela mehr, keine Hingabe, kein Verneigen!

Und nur weil viele „weise“ Männer das gesagt haben, bedeutet das nicht, dass es die Wahrheit ist… Denn dann stellt sich die einfache Frage: „Okay, du bist in Samarpan – wer gibt sich wem hin? Ich gebe mich mir selbst hin? Warum muss ich mich mir selbst hingeben? ‚ICH BIN‘. Wenn ‚ICH BIN‘, dann bedeutet das ‚Ich bin die Seele‘. Was ist dann dieser Körper in dem Mix? Was tut er hier? Er hat nichts zu sagen! Er sollte besser gehen, weil ‚Ich bin die Seele‘…“

Was ich sage, ist schockierend – in dem Sinne, dass es schockierend ist, wenn man diese Praktiken jahrelang unternommen hat. Und es gibt alte Paramparaas (Traditionen), die das weiterführen, aber nur weil sie es weiterführen, bedeutet das nicht, dass es die Wahrheit unserer Existenz jetzt repräsentiert! Es hatte vielleicht damals Sinn, weil niemand es bis dahin hinterfragt hat…

Wenn du eine Erleuchtungserfahrung hattest, wenn du eine Auflösung der Identität hattest und in einem Samadhi-Zustand bist – was bedeutet das? Das bedeutet, dass dieses Ding seine Identität verliert – dann denkst du natürlich „Ich bin Das“, was die großen Meister taten. Nisargadatta Maharaj schrieb ein Buch „I am That“. Ja, es war seine Erfahrung, eine solide Erfahrung – aber wenn man es bis zur tatsächlichen Solidität der This-ness-Erfahrung dekonstruiert, dann kommt die Frage: „Wer war es, der sagte, er sei Das?“ Wenn man die sehr eigene Hinterfragung des Neo-Advaita-Vedanta auf diese Erfahrung anwendet: „Wer ist dann Das? Dann ist Dieses Das. Aber wenn Dieses Das ist, was ist dann Dieses?“

Wenn das Neue erscheint, gibt es so viel Widerstand dagegen, weil das Alte sich selbst erhalten will.

Danke.

Peter:
Namaskaar.
Namaskaaram.
Mein Name ist Peter.
Ich bin zum ersten Mal hier, und die Botschaft hat mich erschüttert. Sie klingt absolut wahr. Fühlt sich sehr wahr an.
Meine Frage betrifft das Handeln. Hingabe bedeutet also keine Handlung, und andererseits bedeutet die Saadhanaa (Praxis) Handlung – und ich bin zwischen den beiden verwirrt.

Maharishikaa:
Hingabe ist Karma, sie ist Handlung, denn sie ist ein Unterfangen der Identität „Peter“. Peter tut etwas. Was tut Peter? Peter gibt sich hin. Wem gibt sich Peter hin? Seiner Seele. Wann gibt er sich seiner Seele hin? Er gibt sich bewusst seiner Seele hin in Momenten, in denen er erkennt, dass das Ego versucht, die Kontrolle über sein System zu übernehmen. Also beginnt Peter, sich der Seele hinzugeben. Er handelt also.

Aus dem Impuls der Seele weiß er, ob die Handlung, die er unternehmen wollte, unternommen werden soll oder nicht – also handelt er wieder. Es ist Karma, Karma, Karma, Karma. Alles, was Dieses tut, ist Karma. Es ist eigentlich sehr einfach. Es ist immer in Handlung. Es ist in Ruhe oder in Handlung. Und diese Handlung ist der Ausdruck dieses Systems, des Impulses der Seele.

Je mehr Peter in Hingabe ist, desto mehr wird er aus der Wahrheit handeln, desto weniger Schmerz und desto mehr Freude wird es geben. Wenn Peter dem Ego erlaubt, seine Handlung zu übernehmen, wird es mehr Schmerz und weniger Freude geben. Das ist der Tanz, der stattfindet – der Tanz zwischen Peter und seinem Meister, seinem Antarguru (inneren Führer), seiner Seele. Wenn er mit seinem Guru fließt, gibt es Freude. Wenn er seinem Guru widersteht, gibt es Leid. Auf diese Weise kannst du validieren, was geschieht. Sieh, ob es Schmerz oder Freude gibt.

Es ist eine sehr, sehr harte Saadhanaa (Praxis), eine sehr harte Praxis, auch weil sie eine neue Praxis ist. Die Philosophie, die dem zugrunde liegt, ist keine Philosophie, die geschaffen wurde und aus der dann die Erfahrung entstand – es ist umgekehrt: Die Erfahrung ist fortlaufend, und weil die Erfahrung solid und real ist, entsteht daraus eine solide und reale Philosophie, die sogar konzeptionell übermittelt werden kann.

Es ist schockierend, ja, weil es die This-ness dieses Systems annimmt – aber nicht in der Weise der patriarchalischen Erbschaft der abrahamitischen Traditionen, die die Verantwortung außerhalb des Systems verlagert – sondern es behält Dieses und bringt diese unverzichtbare Haltung hinein, die die Hingabe ist. Sie ist unverzichtbar, sie ist die einzige Haltung: Hingabe, Hingabe, verneigen, verneigen, verneigen… Aayushmaan bhava… verneigen, verneigen – das ist die Haltung… denn wenn ich Das bin, wo ist dann die Hingabe? Wo ist die Hingabe?

Peter:
Sieh, ich habe die Tendenz, sehr stolz zu sein – also ist das das genaue Gegenteil.

Maharishikaa:
Du bist stolz, wenn du unsicher bist. Du bist unsicher, wenn du nicht im Einklang mit der Wahrheit bist. Du kannst nicht unsicher sein, wenn du im Einklang mit der Wahrheit bist – wie? Wie kannst du unsicher sein? Dem Erlebnis der Unsicherheit liegt Angst zugrunde. Wenn du in Berührung mit der Wahrheit bist, gibt es keine Angst im System.

Es geht um Praxis, weißt du, letztlich. Einfach einmal am Tag, einmal. Es geht darum, diese Praxis mit dem Gefühl von Liebe im Herzen aufzunehmen: „Ich möchte… ich möchte einfach in der Wahrheit leben. Ich möchte das Instrument des Meisters sein.“ Nicht: „ICH BIN und all das ist nicht ich. Das ist nicht ich, das ist nicht ich, das ist nicht ich…“ Das ist eine neo-advaitinische Verirrung dessen, was Advaita Vedanta überhaupt ist – wenn man diese Philosophie überhaupt noch bergen und ausgraben will!

Aayushmaan bhava… Also einfach unterscheiden: „Kommt diese Handlung aus der Wahrheit oder kommt sie aus dem Ego?“ Das klingt sehr einfach, aber es ist eine sehr herausfordernde Saadhanaa (Praxis) – und auch sehr lohnend, denn diese Freudigkeit, die zu wachsen beginnt, ist einfach… Es ist unglaublich, wenn man beginnt, sie zu erfahren.



Wenn Du mehr solche Beiträge mit Deutscher Transkription möchtest,
dann würde mich eine Unterstützung durch eine Spende sehr freuen.


Vielen herzlichen Dank.