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Freitag, 19. Dezember 2025

Die Kunst der Selbstgestaltung: Gewohnheiten, Süchte und die Kraft der Disziplin

 

Stellen Sie sich das Leben als einen Fluss vor, der mal ruhig dahingleitet, mal in reißende Strömungen gerät. Gewohnheiten sind die unsichtbaren Ufer, die diesen Fluss lenken – sie formen unseren Alltag, oft ohne dass wir es bemerken. Süchte hingegen sind wie Wirbel, die uns in die Tiefe ziehen, während Selbstdisziplin der ruhige Steuermann ist, der uns wieder ans Licht führt. Bis hin zur Askese, jener strengen Zurückhaltung, die den Geist befreit. In diesem Artikel tauchen wir tief in diese Themen ein, beleuchtet durch die Weisheit antiker Denker, moderner Psychologen, inspirierender Schriftsteller und spiritueller Lehrer.


Gewohnheiten: Die stillen Architekten unseres Lebens

Gewohnheiten sind wie Pfade in einem Wald – je öfter wir sie betreten, desto tiefer werden sie. Aristoteles, der große griechische Philosoph, sah darin den Schlüssel zur Tugend: „Wir sind, was wir wiederholt tun. Die Exzellenz ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“ Er betonte, dass gute Gewohnheiten durch bewusste Wiederholung entstehen, schlechte hingegen durch Nachlässigkeit. 

Die Stoiker wie Epictetus und Seneca ergänzten dies: Wahre Freiheit liegt in der Kontrolle über unsere Reaktionen. Epictetus, einst Sklave, lehrte, dass Disziplin uns von äußeren Zwängen befreit – Gewohnheiten formen den Charakter, und Selbstbeherrschung ist der Weg zur inneren Ruhe.

Aus psychologischer Sicht erklären Forscher wie Charles Duhigg in The Power of Habit Gewohnheiten als Schleife: Auslöser, Routine, Belohnung. 

James Clear in Atomic Habits fügt hinzu, dass kleine, atomare Veränderungen – wie eine winzige gute Handlung täglich – kumulativ wirken. 

Roy Baumeister beschreibt Willenskraft als Muskel, der durch Übung stärker wird, aber auch ermüden kann.

Berühmte Selbsthilfe-Autoren wie Napoleon Hill (Think and GrowRich - Denke nach und werde reich) und Og Mandino sahen Gewohnheiten als Grundlage des Erfolgs. 

Hill sprach von „kosmischer Gewohnheitskraft“, einer universellen Energie, die durch disziplinierte Gedanken aktiviert wird. 

Dale Carnegie betonte in seinen Werken soziale Gewohnheiten, die Beziehungen stärken.

Ein klassisches Beispiel für den systematischen Austausch schlechter Gewohnheiten ist Benjamin Franklin. Der US-Gründervater und Erfinder entwickelte ein System mit 13 Tugenden (wie Mäßigung, Ordnung, Fleiß). Er konzentrierte sich jede Woche auf eine einzige, markierte täglich Erfolge und Misserfolge in einem Notizbuch und wiederholte den Zyklus viermal im Jahr. 

Franklin gestand, dass er nie perfekt wurde – besonders die Tugend „Ordnung“ blieb eine Herausforderung, da sein Schreibtisch oft chaotisch war. Dennoch schaffte er es, viele schlechte Gewohnheiten durch gute zu ersetzen, indem er eine nach der anderen anging. 

Dieses fokussierte Vorgehen inspirierte spätere Autoren wie Hill und Mandino.

Weitere Beispiele: Viele historische Figuren ersetzten Laster durch Tugenden. Der Apostel Paulus in der Bibel beschreibt eine innere Umwandlung, bei der alte Gewohnheiten abgelegt werden. Moderne Studien zeigen, dass der Ersatz effektiver ist als bloße Unterdrückung: Statt Rauchen aufzugeben, könnte man Stress durch Spazierengehen abbauen – der Auslöser bleibt, die Routine wechselt zur Belohnung.


Süchte: Die Fesseln des Verlangens

Süchte sind Gewohnheiten, die zur Knechtschaft werden. Antike Denker wie Seneca warnten vor Übermaß im Genuss, das zur Sklaverei führt. Epictetus verglich Trunkenheit mit Verlust der Vernunft – wahre Freiheit erfordert Abstand von solchen Fesseln.

Psychologen sehen Süchte als verstärkte Habit-Loops, oft durch Dopamin getrieben. Baumeister und Duhigg erklären, wie Belohnungen das Gehirn umprogrammieren. 

Der Schlüssel zum Brechen: Den Auslöser erkennen und durch eine gesunde Alternative ersetzen.

Spirituell ist Sucht pure Anhaftung. Buddha lehrte im Vier Edlen Wahrheiten, dass Verlangen (Tanha) die Ursache des Leidens ist. Süchte entstehen aus dem Versuch, Leere zu füllen. 

Nagarjuna, der Madhyamaka-Philosoph, betonte die Leerheit aller Phänomene – Anhaftung ist Illusion. 

Osho, moderner Interpret, sah Süchte als unbewusste Wiederholungen: „Erlebe sie bewusst, und die Sucht löst sich.“ Er riet, Gewohnheiten wie Rauchen voll bewusst auszuführen, ohne Eile – die Intensität enthüllt ihre Leere.


Der Unterschied zwischen Genuss, Sucht und Askese – und die Gefahr der Selbstgeißelung

Genuss ist wie ein sanfter Windhauch, der das Leben bereichert, ohne es zu beherrschen. Er entsteht in der Mäßigung, in der bewussten Freude an einem guten Essen, einem Gespräch oder einer Berührung. Aristoteles nannte dies die „goldene Mitte“: Tugend liegt im richtigen Maß, weder im Übermaß noch im Mangel. 

Epikur, oft missverstanden, lehrte einen vernünftigen Genuss einfacher Freuden, frei von überflüssigen Begierden. 

Sucht hingegen ist der Sturm, der den Windhauch zur zerstörerischen Kraft macht. Was als Genuss beginnt, wird zur Abhängigkeit – das Verlangen wird unstillbar, der Genuss schwindet, und Schmerz folgt. 

Psychologisch markiert der Übergang den Punkt, an dem Kontrolle verloren geht: Das Gehirn gewöhnt sich an die Belohnung, Toleranz entsteht, und das Verhalten wird zwanghaft.

Askese ist der bewusste Verzicht, um Freiheit zu gewinnen – wie ein Baum, der Äste beschneidet, um stärker zu wachsen. Sie dient der Selbstbeherrschung und spirituellen Klarheit, ohne den Körper zu zerstören. 

Stoiker wie Seneca übten freiwillige Entbehrungen, um Unabhängigkeit zu erlangen. 

Doch Askese kann in Selbstgeißelung umschlagen: Eine perverse Form der Folter, die Schmerz zum Selbstzweck macht, oft aus Schuldgefühlen oder masochistischer Neigung. 

Osho nannte solche Praktiken „Selbsttortur“, die Freude verweigern und das Ego nur umkehren – von Genuss-Sucht zur Schmerz-Sucht. 

Buddha erlebte extreme Askese und Selbstkasteiung, erkannte ihre Nutzlosigkeit und wählte den Mittleren Weg: Weder hemmungsloser Genuss noch selbstzerstörerische Entsagung. 

Psychologisch kann echte Askese Willenskraft stärken und Genussfähigkeit steigern – Verzicht macht bewusste Freuden intensiver. 

Selbstgeißelung jedoch schwächt, erzeugt Frustration und behindert Wachstum.


Selbstdisziplin: Der Steuermann durch alle Lebensbereiche

Selbstdisziplin ist die Brücke von Wunsch zur Wirklichkeit. Sie reicht bis zur Askese, jener radikalen Entsagung, die den Geist läutert. Aristoteles sah Mäßigung als goldene Mitte; Stoiker wie Seneca übten freiwillige Entbehrungen, um Unabhängigkeit zu gewinnen.

In der Psychologie ist Disziplin der Muskel der Willenskraft (Baumeister). Sie steigert Produktivität, indem sie Ablenkungen bannt und Fokus schafft. In der Gesundheit führt sie zu regelmäßigem Sport und Ernährung, reduziert Stress und stärkt Resilienz. In Beziehungen fördert sie Zuverlässigkeit, geduldige Kommunikation und Grenzen – Konflikte werden konstruktiv gelöst. Finanziell ermöglicht sie Sparen und kluge Entscheidungen; beruflich konstanten Einsatz.

Hill nannte Disziplin „Meisterschaft der Gedanken“: Denke zuerst, handle dann. 

Mandino und Carnegie sahen sie als Basis für Erfolg und harmonische Beziehungen.

Spirituell ist Disziplin der Weg zur Befreiung. Buddha praktizierte strenge Askese, fand aber den Mittleren Weg – Disziplin ohne Extrem. Nagarjuna lehrte Achtsamkeit als Disziplin des Geistes. 

Osho warnte vor unterdrückender Askese, plädierte für bewusste Transzendenz: Verlangen löst sich durch Erkenntnis, nicht Zwang.


Der Weg zur Veränderung: Praktische Schritte um schlechte Gewohnheiten zu ersetzen:

  • Identifizieren Sie den Auslöser (Duhigg).
  • Wählen Sie eine gute Alternative (Clear: Machen Sie sie attraktiv).
  • Üben Sie fokussiert, wie Franklin – eine Tugend pro Woche.
  • Feiern Sie kleine Erfolge, um Dopamin positiv zu nutzen.


Selbstdisziplin wächst durch Übung: 

Beginnen Sie klein, in einem Bereich – der Effekt strahlt aus. Am Ende ist das Leben ein Garten: Gewohnheiten sind die Samen, Disziplin der Gärtner. Pflegen wir ihn bewusst – mit Genuss in Maßen, Verzicht aus Weisheit und ohne Selbstfolter –, blüht er in voller Pracht. Wie ein alter Baum, dessen Wurzeln tief reichen, wird unser Charakter stark und unerschütterlich.


Persönliche Anmerkung

Ich hatte das grosse Glück, dass mir sehr viele aussergewöhnliche Menschen begegnet sind, die für eine gewisse Zeit, jeweils meine "Lebenslehrer" waren. Durch diese Vorbilder durfte ich in nahezu allen Lebensbereichen viele neue Erfahrungen und in Folge eigene Erkenntnisse machen. 

Meine Mutter war auch ein sehr gutes Vorbild in vielen Bereichen, vor allem was Konsequenz und Selbstdisziplin anging. Zudem hatte sie eine unerschütterlich positive Einstellung bis ins hohe Alter. Ausserdem glaubte sie an die Kraft des Gebets. Sie erlebte unzählige kleine und grössere Wunder...

Aber es gab auch Menschen, welche weniger durch ihre positiven, sondern eher durch ihre negativen Verhaltensweisen mir einiges vor Augen geführt haben.

Ich bin dankbar für alle diese Vorbilder, welche mir auf meinem bisherigen Lebensweg begegnet sind. 

Selbstverbesserung erfordert Disziplin und Konsequenz. 

Es ist auch hier so: Übung macht den Meister. 

Wichtig hierbei: es geht nie um den Vergleich mit anderen, sondern nur im Vergleich zu Deinem früheren Sein. Wenn Du Dich verbessern möchtest, braucht es hierfür, in erster Linie den Willen, eine Veränderung/Verbesserung herbeizuführen. Dann ergibt es sich oft, dass Dir Menschen und Situationen "vom Universum geliefert werden", welche Dir helfen, Deine Wünsche umzusetzen.

Alles ist Energie! Mit Kraft Deiner Gedanken, Emotionen, inneren Überzeugungen und Handlungen erschaffst Du stets Dein Leben. Du manifestierst stets - ob unbewusst (wie die meisten Menschen) oder eben ganz bewusst!

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Mit herzlichen Grüssen

Ernst Koch


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© 2025 - Ernst Koch - www.spirituallifecoach.de - Arkanum Solution Publishing Ltd., London - Erste Veröffentlichung am 19.12.2025 auf https://reiki-spiritualhealer-ernstkoch.blogspot.com/2025/12/die-kunst-der-selbstgestaltung.html


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Pfad der Heilung von Körper, Geist & Seele
Ein spiritueller Weg zur Ganzheit
Autor: Ernst Koch-SpirituellerLifecoach
eBook
Seiten: 113
Arkanum Solution Consciousness (vol. 1)
Sprache: Deutsch
Veröffentlicht: 04.03.2025
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Montag, 1. September 2025

Wenn große Geister auf Dummköpfe treffen: Eine Betrachtung über Jonathan Swifts Zitat


„Wenn ein großer Geist die Welt betritt, so gibt es ein untrügliches Zeichen, woran man ihn erkennen kann: Alle Dummköpfe verbünden sich gegen ihn.“ Dieses messerscharfe Zitat von Jonathan Swift, dem scharfzüngigen Satiriker des 18. Jahrhunderts, ist mehr als ein spitzer Kommentar. Es ist ein Spiegel, der die menschliche Natur in ihrer ganzen Komplexität und Widersprüchlichkeit reflektiert. Es lädt uns ein, die Dynamiken von Größe, Neid und kollektiver Ablehnung zu erforschen – ein Phänomen, das so alt ist wie die Menschheit selbst. Warum verbünden sich Menschen gegen jene, die aus der Masse herausstechen? Was treibt sie dazu, mit Fingern auf andere zu zeigen? Und könnte es sein, dass hinter dieser Aggression oft ein verzweifelter Versuch steht, von der eigenen Unsicherheit abzulenken? Lassen Sie uns diese Fragen durch die Linsen antiker Denker, hermetischer Prinzipien, großer Psychologen und spiritueller Lehrer betrachten.

 

Die Dynamik der Ablehnung: Warum große Geister Widerstand erzeugen

Ein großer Geist, sei es ein Galileo, der die Erde aus dem Zentrum des Universums rückt, oder eine moderne Innovatorin, die bestehende Machtstrukturen infrage stellt, bringt Licht in die Dunkelheit der Gewohnheit. Dieses Licht ist blendend – nicht nur, weil es erleuchtet, sondern weil es die Bequemlichkeit der Mittelmäßigkeit entlarvt. Swift spricht von „Dummköpfen“, doch der Begriff ist weniger eine Beleidigung als eine Beschreibung jener, die im Schatten der Konformität verharren und das Neue fürchten. Der große Geist bedroht das fragile Gleichgewicht der Mehrheit, die sich in der Sicherheit des Bekannten eingerichtet hat. Die antiken Denker, wie Sokrates, kannten dieses Phänomen nur zu gut. Sokrates, der mit seinen bohrenden Fragen die Athener Elite in die Enge trieb, wurde nicht wegen seiner Ideen verehrt, sondern zum Tode verurteilt. Platon, sein Schüler, beschrieb in der Allegorie der Höhle, wie jene, die im Dunkeln gefangen sind, das Licht der Wahrheit fürchten und denjenigen angreifen, der es ihnen bringt. Der Widerstand gegen große Geister ist keine bloße Reaktion; er ist ein instinktiver Schutzmechanismus, der aus der Angst vor Veränderung und Selbstreflexion geboren wird.

 

Die hermetischen Prinzipien: Das Gesetz der Polarität und Korrespondenz

Die hermetischen Prinzipien, die auf alten Weisheitslehren basieren, bieten eine tiefere Perspektive auf dieses Phänomen. Das Prinzip der Polarität besagt, dass alles zwei Seiten hat – Licht und Schatten, Größe und Mittelmäßigkeit. Ein großer Geist, der die Höhen des Bewusstseins erklimmt, wirft zwangsläufig einen Schatten auf jene, die in der Tiefe verweilen. Dieser Kontrast erzeugt Spannung, und die „Dummköpfe“ reagieren, indem sie sich gegen das Licht verbünden, um den Schatten zu bewahren. Das Prinzip der Korrespondenz – „Wie oben, so unten; wie innen, so außen“ – legt nahe, dass die äußere Ablehnung eines großen Geistes oft ein Spiegel innerer Konflikte ist. Wer mit dem Finger auf einen anderen zeigt, zeigt zugleich auf sich selbst. Die Aggression gegen den herausragenden Geist ist ein unbewusster Versuch, die eigene Unsicherheit, die eigene Unzulänglichkeit zu kaschieren. Drei Finger zeigen auf einen selbst, wie das Sprichwort sagt – eine Wahrheit, die in der hermetischen Lehre ihre Wurzeln hat. Der Angriff auf den anderen ist oft ein Angriff auf das eigene, ungeliebte Selbst.

 

Die Psychologie des Neids und der Projektion

Die großen Psychologen des 20. Jahrhunderts, wie Carl Gustav Jung und Sigmund Freud, liefern weitere Einsichten in dieses Verhalten. Jung sprach vom Schatten, jenem unbewussten Teil der Persönlichkeit, der alles enthält, was wir an uns selbst ablehnen. Ein großer Geist, der durch seine Originalität und Kühnheit glänzt, zwingt andere, ihrem eigenen Schatten ins Gesicht zu sehen. Anstatt sich dieser schmerzhaften Selbsterkenntnis zu stellen, projizieren viele ihre Minderwertigkeitsgefühle auf den Überbringer des Lichts. Der große Geist wird zum Sündenbock, zum Ziel ihrer aufgestauten Frustration. Freud würde dies als Abwehrmechanismus beschreiben, insbesondere als Projektion. Indem man die eigene Unzulänglichkeit auf eine andere Person überträgt, schützt man das fragile Ego vor der Wahrheit. Der aggressive Fingerzeig, das giftige Wort, die Verbrüderung gegen den „Außenseiter“ – all dies sind Versuche, die innere Leere zu übertönen. Es ist kein Zufall, dass die lautesten Kritiker oft diejenigen sind, die am meisten mit sich selbst hadern. Wie Nietzsche es ausdrückte: „Man verurteilt, was man beneidet.“

 

Die spirituelle Perspektive: Mitgefühl statt Verurteilung

Große spirituelle Lehrer, von Buddha bis Jesus, bieten eine andere Sichtweise auf dieses Phänomen. Sie sehen den Widerstand gegen große Geister nicht als Zeichen von Bosheit, sondern als Ausdruck von Unwissenheit und Leiden. Der Buddha sprach von Avidya, der Unwissenheit, die Menschen dazu bringt, im Kreislauf des Leidens gefangen zu bleiben. Jene, die sich gegen einen großen Geist verbünden, handeln aus einer tiefen Verblendung – sie sehen nicht, dass ihr Angriff auf den anderen in Wahrheit ein Angriff auf ihr eigenes Potenzial ist. Jesus’ Worte „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ spiegeln eine ähnliche Weisheit wider. Der spirituelle Lehrer erkennt, dass die Aggression der „Dummköpfe“ aus einer tiefen Wunde entspringt. Statt sie zu verurteilen, lädt er zur Heilung ein. Der große Geist, der sich dieser Dynamik bewusst ist, bleibt unerschütterlich, denn er weiß, dass der Widerstand der anderen nicht ihm gilt, sondern dem Licht, das er trägt.

 

Warum verbünden sich so viele gegen einen?

Die Neigung, sich gegen einen vermeintlichen „Feind“ zu verbünden, ist tief in der menschlichen Psyche verwurzelt. Sie speist sich aus dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Sicherheit. In einer Gruppe fühlt sich der Einzelne gestärkt, seine Unsicherheiten werden durch die kollektive Zustimmung gemildert. Der große Geist, der die Normen infrage stellt, bedroht dieses Gefühl der Zugehörigkeit. Er wird zum Außenseiter, zum Störenfried, der die Illusion der Harmonie zerstört. Es ist verwunderlich, wie leicht Menschen sich gegen jemanden vereinen, doch es ist auch verständlich. Der Fingerzeig auf den anderen ist ein Akt der Ablenkung – von den eigenen Ängsten, Zweifeln und ungelösten Konflikten. Wie das Sprichwort sagt: „Wenn du mit einem Finger auf jemanden zeigst, zeigen drei Finger auf dich selbst.“ Diese Wahrheit ist universell, ob in der antiken Philosophie, den hermetischen Prinzipien, der Psychologie oder den spirituellen Lehren. Der Angriff auf den großen Geist ist ein Spiegel, der die innere Zerrissenheit des Angreifers offenlegt.

 

Ein Aufruf zur Selbstreflexion

Jonathan Swifts Zitat ist nicht nur eine bissige Beobachtung, sondern eine Einladung zur Selbstreflexion. Wenn wir uns dabei ertappen, wie wir uns gegen einen anderen verbünden, wie wir mit dem Finger auf jemanden zeigen, sollten wir innehalten und fragen: Was sagt dieser Impuls über uns selbst aus? Welchen Schatten versuchen wir zu verbergen? Welches Licht fürchten wir, weil es unsere Dunkelheit enthüllt? Der große Geist, der trotz Widerstand seinen Weg geht, ist ein Vorbild für Mut und Authentizität. Er erinnert uns daran, dass wahre Größe nicht im Beifall der Masse liegt, sondern in der Treue zu sich selbst. Vielleicht ist es an der Zeit, den Fingerzeig zu hinterfragen – nicht nur den der anderen, sondern auch unseren eigenen. Denn in der Stille der Selbstreflexion finden wir das Licht, das wir so oft fürchten, aber letztlich alle in uns tragen.

 

Schlussgedanke

Swifts Worte sind ein zeitloses Mahnmal, das uns auffordert, die Dynamiken von Größe und Widerstand zu verstehen. Ob durch die Weisheit der Antike, die Tiefen der Psychologie oder die Klarheit spiritueller Lehren – die Botschaft bleibt dieselbe: Der Weg zum Licht führt durch den Schatten. Und manchmal ist es gerade der Widerstand der „Dummköpfe“, der uns zeigt, wo das wahre Licht zu finden ist.

#GroßerGeist #JonathanSwift #Weisheit #Selbstreflexion #Neid #Psychologie #Hermetik #Spiritualität #AntikePhilosophie #Dummköpfe

© - 2025 - Ernst Koch - www.spirituallifecoach.de - Arkanum Solution Publishing Ltd. - Erste Veröffentlichung am 1. September 2025 auf https://reiki-spiritualhealer-ernstkoch.blogspot.com/2025/08/wenn-groe-geister-auf-dummkopfe-treffen.html


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Montag, 26. Dezember 2016

Bitte hilf mir, aber dass sich ja nichts ändert!


Am 15. Mai 2014 lernte ich auf einem meiner ausgedehnten Spaziergänge einen älteren Herrn mit Hund kennen. Ich wusste bereits nach den ersten Worten, dass dieser Mann meine Hilfe braucht. Alles was er von sich gab, der Klang seiner Stimme, sein Gesichtsausdruck, sein Gang...einfach alles schrie regelrecht:"Bitte hilf' mir!"

Ich habe in meinem Leben unzählig viele Menschen getroffen und da ich seit ich denken kann, die Menschen sehr genau beobachtet und studiert habe, erkenne ich recht schnell, was einem Menschen fehlt. Ich hatte vor über 2 1/2 Jahren mit diesem Herrn das erste Mal gesprochen. Er hatte den Drang zu sprechen und so erzählte er mir so einiges. Ich spürte sehr deutlich, dass dieser Mann leidet und ich gab ihm nach dem Spaziergang meine Visitenkarte. Auch erklärte ich ihm, wie ich anderen Menschen als spiritueller Lifecoach & Heiler helfen kann. (Hier ein kleiner Auszug: Spirituelles Heilen & wie ich meinen Klienten helfen durfte )

Nach dem gemeinsamen Spaziergang ging es diesem älteren Herrn sichtlich besser, als vor dem Treffen mit mir. An dieser Stelle möchte ich auch erklären, warum dem so ist. In dem Moment, wo ich mich mit einem Menschen beschäftige, ihm volle Aufmerksamkeit schenke, erfolgt alleine durch meine Nähe und Präsenz eine spirituelle Reinigung und Energie- bzw. Frequenz-Anhebung bei diesem Menschen.* Ich bin mir über diesem Umstand auch erst nach vielen Jahren bewusst geworden. 

Da der oben genannte Herr unter schwerer Depression... leidet - wie übrigens seine Gattin auch - ist die Veränderung durch diese Frequenzerhöhung drastisch sichtbar. 

Auch das letzte Mal, als ich das Ehepaar traf, waren beide - als wir uns trafen - absolut niedergeschlagen, frustriert, deprimiert, energielos... Nicht zuletzt, da die Ehefrau unter einer Krebserkrankung leidet und am Beginn der Chemotherapie stand. Ich habe mir die Zeit genommen, um mit beiden zu sprechen. Sie:" Ich habe ihm gerade vor ein paar Tagen gesagt. Ruf doch den Herrn Koch an, damit er mit Fernbehandlungen helfen kann..." 

Ich dachte mir: Na endlich, jetzt haben sie es hoffentlich kapiert, dass ich ihnen beiden wirklich helfen kann und möchte. 

Nach dem Spaziergang ging es beiden hervorragend! (siehe:*...Frequenz-Anhebung bei diesem Menschen.)  

Während dem Spaziergang erklärte ich den beiden meine genaue Arbeitsweise und schilderte (natürlich neutral) anhand der Heilungsprozesse meiner Klienten, denen ich in den letzten 12 Jahren helfen durfte.

Beide bedankten sich überschwänglich und versprachen mir mich anzurufen, damit wir die Behandlungstermine ausmachen können. Dies ist nun einige Wochen her. 

Offensichtlich sind beide wieder in ihr altes Muster der "Verdrängung" zurück gefallen. Es ist schade, wenn Menschen die Chancen des Lebens nicht erkennen, die ihnen geboten werden. 

Ja, es ist auch für den Therapeuten ein Lernprozess. Wenn Menschen nach Hilfe rufen, aber nicht wirklich bereit sind notwendige Veränderungen in ihrem Leben zuzulassen, dann muss man diese Menschen einfach ziehen lassen. Selbst wenn man weiss, dass diese Menschen womöglich "in ihr Unglück rennen..."

Ich habe aufgrund eines Weihnachts-SMS der Beiden, das letzte Mal meine Hilfe angeboten und für mich nun dieses Thema abgeschlossen.

Nur zur Klarstellung. Jeder Mensch hat seinen freien Willen und kann & soll seine ganz persönlichen Entscheidungen treffen. Auch muss ich nicht unbedingt Klienten suchen oder hinterher laufen. Die Menschen, welche mich brauchen, finden zu mir. Jeder ist seines Glückes Schmied. 

Ach ja, das hätte ich ja fast vergessen. Während dem Spaziergang, hatte ich urplötzlich das Kernproblem der Beziehung dieses Ehepaars & die Ursache der Krebs-Erkrankung festgestellt.

Ich wünsche diesen beiden Menschen alles erdenklich Gute und hoffe dass sie die Prüfungen und Aufgaben ihres Lebens erfolgreich lösen können. Ich stehe für kostenlose therapeutische Spaziergänge nicht mehr zu Verfügung. Ich gehe in die Natur, um frische Luft, Sonne und Ruhe geniessen. Meine Spaziergänge dienen ausschliesslich meiner Erholung & ich muss mir dabei nicht immer die Probleme Anderer anhören - zumal diese Menschen nicht bereit sind meine professionelle Hilfe anzunehmen.

Menschen, die wirklich Hilfe brauchen, annehmen können und auch mir Wertschätzung & Energieausgleich für meine Arbeit als spiritueller Lifecoach & Heiler entgegenbringen, sind herzlich willkommen.




Rechtlicher Hinweis:

1.  Eine Reiki-Behandlung (Anmerk: Spirituelle Energie Behandlung) ersetzt nicht den Arzt- oder Heilpraktikerbesuch!
2. Wer die Selbstheilungskräfte des Patienten durch Handauflegen aktiviert und dabei keine Diagnosen stellt, benötigt keine Heilpraktikererlaubnis (BVerfG, AZ: 1 BvR 784/03 vom 02.03.2004)

© Ernst Koch, 2012-2021. Sämtliche Fotos, Videos  und Texte - sofern nicht ausdrücklich darauf hingewiesen - sind Eigentum bzw. geistiges Eigentum von Ernst Koch. 

Der Autor und die Gesellschaft Arkanum Solution Publishing Ltd. übernehmen keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der angebotenen Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen.